
2nd Hand bei und für "Fraulü"
In Aachen am Markt 24 hat die Caritas am Freitag einen neuen Second-Hand-Laden für Frauen eröffnet. Der Shop heißt in schönstem Öcher Platt schlicht und einfach "Fraulü".
Damit will man für einen wertschätzenden Umgang mit Textilien werben und eine Konsumalternative für Kleidung anbieten. Auch Frauen mit knappem Geldbeutel erhalten so Zugang zu wertvoller Kleidung. Das Motto von "Fraulü" lautet „Lokal - sozial – klimafreundlich!".
Es geht auch darum, soziale Teilhabe zu sichern, eine lokale Möglichkeit zu schaffen, gute Kleidung im Sinne nachhaltigen Handelns abzugeben und durch diese Kreislaufkultur einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten“, so Caritas-Vorstand Bernhard Verholen. „Wir wollen weg von der Wegwerfkultur – hin zu einer Kreislaufkultur“ – quasi zu einem ressourcenschonenden Kleiderschrank“, so Verholen weiter.
„Viele Menschen haben schon von unmenschlichen Arbeitsbedingungen in Textilfabriken gehört, aber sie sind überrascht über die massiven Auswirkungen der weltweiten Textilproduktion auf Umwelt und Klima. Hier entstehen z.B. mehr CO2-Emissionen als im gesamten internationalen Flug- und Schiffsverkehr. Zwei Milliarden Kleidungsstücke werden jährlich von uns Konsumenten in Containern entsorgt, das ist eine LKW Schlange von
Flensburg nach Innsbruck.“
Angenommen und wiederverkauft werden: Handtaschen, Accessoires, Damenoberbekleidung, Kleider, Röcke, Mäntel und Jacken.
Ein Gutschein – Rabattsystem für Kreislaufspenden sowie für Frauen mit geringen Einkommen - sind Bestandteile des Konzeptes. Auch der „Aachen-
Pass“ findet Berücksichtigung. Leiterin Nicole Meyr betont die lokale Möglichkeit, gute Kleidung im Sinne nachhaltigen Handelns abzugeben: „Wir schaffen ein Angebot für den ressourcenschonenden Kleiderschrank. Ein Gutschein – Rabattsystem für Kreislaufspenden sowie für Frauen mit geringen Einkommen - sind Bestandteile des Konzeptes.“
Fraulü entwirft eine gut handhabbare Regel fürs Aussortieren: „An oberster Stelle steht der Zustand, es folgt die Materialqualität und danach
die Aktualität.“ Als hilfreiche Kriterien nennt Meyr typische Fragen vor dem geöffneten Kleiderschrank: „Passt mir die Größe (noch)? Entspricht das Stück nicht (mehr) meinem persönlichen Stil, kann ich andere Teile nicht mehr mit ihm kombinieren, habe ich es kaum getragen oder war es gar ein Fehlkauf?“. Erfüllen die Kleidungsstücke diese Kriterien, sind sie meist in sehr gutem Zustand. Eine bewährte Kontrollfrage: „Würde ich diese Teile meiner Freundin anbieten? Wenn ja, dann können die auch zu Fraulü!“ Auch aus Sicht vieler Expertinnen gehört alles, was über ein Jahr nicht mehr
getragen wurde, zumindest auf den Prüfstand.”
Die Caritas möchte mit der neuen Idee dazu beitragen, dass sich die Tragezeit von Kleidung deutlich verlängert und hat auch Tipps zum Aussortieren parat: „Beim Aussortieren stellen Sie sich am besten drei Behälter bereit: a) zu Fraulü, b) in den Kleider-Container und c) in den Müll.“
Bei Männern funktioniert dieses Muster erfahrungsgemäß nicht so gut, da diese Textilien meist so lange tragen, bis sie nicht mehr verwendbar sind.
In diesem Sinne ruft die Caritas Bürgerinnen in der Region auf, ihre Aufräumaktionen nachhaltig zu gestalten, den Inhalt des Behälters „Fraulü“ in
eine Papiertüte zu packen und diese beim Besuch im neuen Laden am Markt abzugeben.
„Und wenn Sie schon einmal bei uns sind, genießen Sie doch die angenehme Atmosphäre und stöbern Sie doch direkt mal in unserer Kollektion“, laden Verholen und Meyr alle Interessierten (Oecherinnen) ein.
Veröffentlicht: Freitag, 04.02.2022 15:27