
22.100 Menschen hier bekommen nur Niedriglohn
Trotz Vollzeitjobs arbeiten in der StädteRegion Aachen 22.100 Menschen zum Niedriglohn.
Laut der Gewerkschaft NGG (Nahrung-Genuss-Gaststätten) in Aachen entspricht das rund 16 Prozent aller Vollbeschäftigten, deren Verdienst unter der amtlichen Niedriglohnschwelle von derzeit 2.344 Euro brutto im Monat liegt.
Besonders in Restaurants, Hotels, Bäckereien und Metzgereien arbeiten demnach viele Menschen zu Mini-Löhnen - und sie treffen die rasant steigenden Preise für Energie und Lebensmittel mit voller Wucht.
Deswegen geht die NGG ins neue Jahr mit der grundsätzlichen Forderung "10 Prozent plus x", um möglichst viele Menschen von einem kräftigen Lohn-Plus profitieren zu lassen. Das gelte bei Tarifverhandlungen für ganze Branchen genauso wie bei Haustarifverträgen mit einzelnen Betrieben. Weil die Verbraucherpreise oben bleiben würden, sei das Ziel, die Einstiegslöhne auf mindestens 13 Euro pro Stunde anzuheben.
Neben notwendigen dauerhaft höheren Löhnen und Gehältern werde sich die NGG Aachen zusätzlich auch für die kurzfristig wirksame Inflationsausgleichsprämie stark machen. „Bis zu 3.000 Euro ohne Steuern und ohne Abgaben sind ein gutes und zusätzliches Instrument, das die Bundesregierung den Unternehmen an die Hand gegeben hat, um Beschäftigten über die ‚Klippen der Krise‘ zu helfen“, sagt Diana Hafke, die Geschäftsführerin der NGG-Region Aachen.
„Vom Einkauf im Supermarkt bis zum Haarschnitt beim Friseur – überall wird es teurer. So teuer, dass sich gerade Geringverdiener viele Dinge des täglichen Bedarfs nicht mehr leisten können“, warnt Hafke. Eine Bäckereifachverkäuferin habe schon in normalen Zeiten Schwierigkeiten, mit ihrem Geld bis zum Monatsende klarzukommen.
Deshalb bräuchten Geringverdiener gerade jetzt einen "Extra-Lohn-Schub". Denn der Job müsse auch in der Krise dafür sorgen, dass es nicht am Nötigsten zum Leben hapere. Eine Vollzeitarbeit dürfe nicht zum Risikofaktor fürs Portemonnaie werden.
Veröffentlicht: Dienstag, 20.12.2022 09:50